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Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptistae.

Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptistae

Unmittelbar am Deich steht die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptistae, eine der ältesten Dorfkirchen am Niederrhein. Ursprünglich als Stifts- oder Klosterkirche mit Kreuzgang geplant, wurde sie bereits 1188 als Pfarrkirche erwähnt. Hochwasser und Kriegsschäden machten mehrfach umfangreiche Wiederaufbauten notwendig. Besonders sehenswert sind der dreischiffige Innenraum, die gotische Architektur sowie zahlreiche Kunstwerke aus verschiedenen Epochen. Bis ins 19. Jahrhundert gehörte die Kirche gemeinsam mit dem Stift Xanten zum Erzbistum Köln.

Besonders eindrucksvoll wirkt die Kirche bei der Annäherung über den Deich von Norden. Gemeinsam mit der Silhouette von St. Viktor in Xanten und der weiten Rheinlandschaft bildet sie ein markantes Panorama. Die unterschiedlichen Steine und Mauerstrukturen erzählen von über zwölf Jahrhunderten Bau- und Ortsgeschichte. Bereits um 800 n. Chr. befand sich an dieser Stelle eine erste Kirche. Die heutige dreischiffige Pfeilerbasilika entstand im 12. Jahrhundert als romanische Wehrkirche aus Tuffstein, teilweise aus römischen Ruinen Xantens gewonnen. Funde eines frühchristlichen Kreuzgangs deuten darauf hin, dass hier ursprünglich ein Stift oder Kloster geplant war.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche im gotischen Stil umgebaut. Neue Gewölbe, Fenster und ein erweiterter Chor prägen bis heute ihr Erscheinungsbild. Über Jahrhunderte bestimmten jedoch die Hochwasser des Rheins das Schicksal des Bauwerks. Besonders die Flut von 1688 verursachte schwere Schäden. Beim Wiederaufbau ersetzte man viele der wertvollen Tuffsteine durch heimische Ziegel. Erst nach einer Verlegung des Deichs lag die Kirche dauerhaft geschützt innerhalb der Hochwassersicherung.

Eine weitere umfassende Restaurierung erfolgte 1882. Dabei entstanden unter anderem das heutige gotische Mittelschiffsgewölbe sowie der neugotische Hochaltar des Gocher Bildhauers Ferdinand Langenberg. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche kurz vor dem Rheinübergang 1945 fast vollständig zerstört. Dank des großen Engagements der Bislicher Bevölkerung konnte sie bis 1950 wieder aufgebaut werden; in den folgenden Jahren entstanden Dach, Orgel und weitere Ausstattungen neu.

Heute beeindruckt St. Johannes Baptistae mit ihrer ruhigen Atmosphäre und zahlreichen kunsthistorischen Schätzen. Dazu zählen der gotische Taufstein, das spätgotische Sakramentshäuschen, romanische Portalreste sowie der restaurierte Hochaltar. Nach einer umfassenden Restaurierung wurde die Kirche 2008 feierlich neu eingeweiht und ist bis heute eines der bedeutendsten historischen Bauwerke Bislichs.

Historischer Hintergrund

Die Pfarrkirche St. Johannes Baptistae ist das älteste und bedeutendste Baudenkmal Bislichs. Seit dem 12. Jahrhundert bildet sie das religiöse und historische Zentrum des Dorfes. Hinweise auf einen mittelalterlichen Kreuzgang und einen Lettner lassen vermuten, dass sie einst eine überregionale kirchliche Bedeutung besaß. Hochwasser, Kriegszerstörungen und zahlreiche Wiederaufbauten machen die Kirche zugleich zu einem eindrucksvollen Zeugnis der wechselvollen Geschichte des Niederrheins.

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