32 Mal Ja und Segen: „Einfach Heiraten“ in Bislich.
Sonnenschein, blauer Himmel und eine ordentliche Portion Niederrheinwind: Bislich wurde am Samstag, 5. September, für einen Tag zum Hochzeitsdorf. Bei der Aktion „Einfach Heiraten“ des Evangelischen Kirchenkreises Wesel gaben sich insgesamt 32 Paare das Ja-Wort oder ließen ihre Liebe segnen.
Von 12 bis 17 Uhr drehte sich in Bislich alles um zwei Menschen, ihre Beziehung und den Segen für ihren gemeinsamen Weg. Ganz bewusst sollte es dabei unkomplizierter zugehen als bei einer klassischen, lange im Voraus geplanten Hochzeit. Wer wollte, konnte einen Termin vereinbaren – Kurzentschlossene konnten aber ebenso spontan vorbeikommen.
Das Konzept ging auf: 32 Paare nutzten die Gelegenheit, ihre Liebe an diesem besonderen Tag in den Mittelpunkt zu stellen. Je nach persönlichen Voraussetzungen handelte es sich dabei um eine kirchliche Trauung oder um eine Segenshochzeit. Willkommen waren ausdrücklich alle Paare – unabhängig davon, ob sie einer Kirche angehören oder bereits standesamtlich beziehungsweise kirchlich verheiratet sind.
Bislich wurde zum Hochzeitsdorf
Das Besondere an „Einfach Heiraten“ waren nicht zuletzt die verschiedenen Orte, die für die Zeremonien ausgewählt werden konnten. Statt alle Paare an einem einzigen Platz zusammenzubringen, wurde praktisch das ganze Dorf zur Kulisse.
Geheiratet und gesegnet wurde unter anderem in der Evangelischen Kirche, im Pfarrgarten an St. Johannes, am Deichdorfmuseum, auf dem Rheindeich und am Ehrenmal mit seinem Engel. Damit reichte die Auswahl vom klassischen Kirchenraum über historische Orte bis zum freien Blick über die niederrheinische Landschaft.
Ausgangspunkt und Anlaufstelle war das mobile Gemeindebüro am Deichdorfmuseum. Von dort aus wurden die Paare zu ihren jeweiligen Orten begleitet. Vor der Zeremonie blieb Zeit für ein persönliches Gespräch und die Auswahl eines Bibelwortes, das zum Paar und seiner Geschichte passte. Auch Musik konnte Teil des ganz persönlichen Segensmomentes werden.
Sonne und eine kräftige Brise
Auch das Wetter spielte mit. Es blieb sonnig und trocken, sodass gerade die Zeremonien unter freiem Himmel ihren besonderen Reiz entfalten konnten. Lediglich der kräftige Wind erinnerte zwischendurch daran, dass man am Niederrhein und insbesondere auf dem Deich mit einer frischen Brise immer rechnen muss.
Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die unterschiedlichen Orte, das sommerliche Wetter und die bewusst lockere Gestaltung sorgten dafür, dass aus vielen kleinen und sehr persönlichen Zeremonien ein gemeinsamer besonderer Tag für Bislich wurde.
Weniger Hochzeitsstress, mehr persönlicher Moment
Genau darin liegt die Idee hinter „Einfach Heiraten“. Die bundesweite Aktion der Evangelischen Kirche möchte Paaren einen unkomplizierten Zugang zu Trauung und Segen ermöglichen – ohne monatelange Vorbereitung, festgelegten Dresscode oder großen organisatorischen Aufwand.
Dabei bedeutete „einfach“ keineswegs unpersönlich. Die Zeremonien wurden individuell auf die Paare abgestimmt. Wer die Voraussetzungen für eine kirchliche Trauung erfüllte, konnte diese auch entsprechend im Stammbuch eintragen lassen. Für alle anderen bestand die Möglichkeit einer Segenshochzeit mit eigener Urkunde.
Dass sich 32 Paare auf dieses Angebot eingelassen haben, spricht für die Idee – und auch für Bislich als Veranstaltungsort. Zwischen Kirchen, Museum und Rheindeich bot das Dorf für einen Nachmittag ganz unterschiedliche Plätze für einen sehr persönlichen Moment.
Und so dürfte der 5. September 2026 nicht nur den Paaren in Erinnerung bleiben. Für einige Stunden war Bislich tatsächlich ein kleines Hochzeitsdorf am Niederrhein – mit viel Sonne, viel Segen und reichlich Wind.
