Über Bislich.
Bislich. Echt Niederrhein.
Willkommen in unserem Deichdorf am Rhein
Hier ist der Niederrhein so, wie man ihn sich vorstellt: weiter Himmel, grüne Wiesen, der Rhein direkt vor der Haustür und vom Deich aus ein Blick, der gefühlt erst am Horizont endet. Dazu Störche, Gänse und jede Menge anderer gefiederter Gäste. Manche bleiben nur eine Saison, andere kommen jedes Jahr wieder. Wir können das verstehen.
Bislich gehört heute zur Hansestadt Wesel – seinen ausgeprägten Dorfcharakter hat sich der Ort trotzdem bewahrt. Und auch wenn es bei uns keine große Einkaufsmeile gibt: Für Natur, Geschichte, Radfahren, Wandern und einen entspannten Tag am Niederrhein sind wir ziemlich gut aufgestellt.
Vom Rhein, den Römern und einem Dorf mit Geschichte
Wer Bislich verstehen möchte, beginnt am besten im Deichdorfmuseum Bislich. Hier geht es um das Leben mit dem Rhein, die Geschichte des Deichbaus und die Entwicklung unseres Dorfes. Einen besonderen Platz nimmt außerdem die römische Vergangenheit ein: Bislich gehört mit einer Teilstätte zum UNESCO-Welterbe Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes.
Die Geschichte des Ortes reicht allerdings noch viel weiter zurück. Bislich wurde zwar 1185 erstmals urkundlich erwähnt, Siedlungsspuren lassen sich aber bereits bis in die Bronzezeit zurückverfolgen.
Das heutige Kerndorf entwickelte sich vor allem aus zwei höher gelegenen Siedlungsbereichen: dem Kirchberg und dem benachbarten Steinberg. Erst im 19. Jahrhundert wuchsen beide Bereiche stärker zusammen. Hinzu kamen die umliegenden Bauerschaften – und nach und nach entstand das Bislich, das wir heute kennen.
Die Randbereiche des Steinbergs wurden bereits in vorrömischer und später erneut in fränkischer Zeit bis etwa 900 n. Chr. als Grabfelder genutzt. Wer jetzt tiefer einsteigen möchte: Im Deichdorfmuseum gibt es dazu deutlich mehr zu entdecken, als wir hier unterbringen können.
Zwei Kirchen und ziemlich viel Geschichte
Direkt am Deich steht eines der Wahrzeichen Bislichs: die katholische St.-Johannes-Kirche. Bereits in romanischer Zeit entstand auf dem Kirchberg über einem älteren Gräberfeld eine dreischiffige Kirche mit Kreuzgang. Später wurde sie gotisch überformt und prägt mit ihrem hohen Turm bis heute die Silhouette des Dorfes.
Ein paar Schritte weiter steht an der Dorfstraße die evangelische Kirche. Sie wurde 1729 errichtet – und zwar aus Ziegelsteinen eines historischen Festungsturms. Recycling ist am Niederrhein also keineswegs eine Erfindung der Neuzeit.
Einmal über den Rhein – und „Keer Tröch“
Von April bis Oktober gehört sie einfach zu Bislich: unsere Personen- und Radfähre „Keer Tröch“. Sie verbindet das Dorf mit der gegenüberliegenden Rheinseite und macht den Weg Richtung Xanten besonders reizvoll – vor allem für Radfahrende.
Neu ist die Idee keineswegs. Bereits seit mindestens 1300 ist eine regelmäßige Fährverbindung von Bislich auf die Xantener Seite überliefert. Heute geht es zwar komfortabler über den Rhein als damals, aber das Prinzip ist dasselbe geblieben: rüberfahren, Niederrhein genießen – und irgendwann wieder „Keer Tröch“, also zurückkehren.
Fährzeiten
Vielleicht können Sie uns weiterhelfen?
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Störche gucken ausdrücklich erwünscht
Bislich nennt sich nicht ohne Grund Deich- und Storchendorf. Besonders gut lässt sich das auf unserer rund 14 Kilometer langen Storchenroute erleben. Der Rad- und Wanderrundweg führt durch Dorf und Landschaft, vorbei an der gotischen Kirche und an zahlreichen Storchennestern.
Dabei gilt: Fernglas mitnehmen lohnt sich. Und wer einen Storch fotografieren möchte, sollte ein wenig Geduld haben. Die Bislicher Störche kennen schließlich ihre Wirkung und posieren nicht auf Kommando.
Doch nicht nur unsere eigene Storchenroute führt durch Bislich. Auch die Liberation Route Europe mit einer Hörstation an der Pietà, der Hanse-Radweg, die Rundroute „Landschaftserlebnis Römerzeit“ und der Rheinradweg bringen Radfahrende und Wandernde zu uns.
Wo noch richtig der Hammer fällt
Etwas mehr als einen Kilometer vom Dorfkern entfernt liegt direkt am Deich die Schmiede Kock, eine Außenstelle des Deichdorfmuseums.
Hier wird nicht nur altes Werkzeug ausgestellt: In der historischen Schmiede wird in der Regel einmal im Monat tatsächlich noch Feuer gemacht und live geschmiedet. Dann kann man erleben, wie aus glühendem Eisen und kräftigen Hammerschlägen etwas Neues entsteht.
Die aktuellen Schmiedetermine und natürlich auch alle anderen Veranstaltungen im Dorf gibt es in unserem Bislicher Terminkalender.
„Auf dem Mars“ – und trotzdem in Bislich
Naturfreunde sollten einen Abstecher zur NABU-Naturarena „Auf dem Mars“ einplanen. Und nein, wir haben uns bei der Adresse nicht vertippt. Das heißt hier tatsächlich so.
Der Naturgarten mit seinen Streuobstwiesen bietet bei regelmäßigen Öffnungstagen Einblicke in naturnahe Lebensräume und zeigt, wie vielfältig die niederrheinische Kulturlandschaft sein kann.
Überhaupt hat sich die Landschaft rund um Bislich stark verändert. Landwirtschaft und Handwerk bestimmten über Jahrhunderte das Arbeitsleben. Ackerbau und Viehzucht gehören noch immer zum Landschaftsbild, zugleich sind zahlreiche Naturschutzgebiete entstanden.
Einige davon befinden sich auf Flächen ehemaliger Kiesabgrabungen. Wo früher Kies gewonnen wurde, liegen heute große Seen, Feuchtgebiete und Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Für Menschen heißt es dort oft: schauen und genießen – und der Natur auch einfach einmal ihre Ruhe lassen.
Ein Dorf, das gerne Dorf geblieben ist.
Zwischen Rhein und Seen, alten Höfen und Kirchen, Deichen und Wiesen gibt es viel zu entdecken. Dazu kommen Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und ein aktives Vereins- und Dorfleben. Und weil bei uns eigentlich immer irgendwo etwas stattfindet, lohnt sich vor einem Besuch auch ein Blick in den Veranstaltungskalender.
Ob mit dem Fahrrad auf dem Rheinradweg, zu Fuß auf der Storchenroute, mit der Fähre auf dem Weg nach Xanten oder einfach für ein paar ruhige Stunden am Rhein: Bislich muss man nicht in Rekordzeit abhaken.
Am besten bleibt man ein bisschen, schaut vom Deich über den Rhein, besucht Museum und Dorf und macht eine Runde durch die Landschaft.
Und wer danach wiederkommt, macht es eigentlich genauso wie unsere Fähre: Keer Tröch.
